Personenvorstellung

Hier werden die Personen des MS-Stammtisches vorgestellt. Ihre Vita, Einstellungen und ihren Umgang mit der Krankheit.

Franziska

Franziska

Mein Name ist Franziska. Ich bin 27 Jahre alt und ledig. Mit meinem Freund Thorsten bin ich schon seit der Ausbildung zusammen. Bei mir wurde die MS vor zwei Jahren - da war ich gerade 25 Jahre alt - festgestellt. Nach außen sichtbar ist nichts. Begonnen hat das Ganze mit Seh- und Gefühlsstörungen. Seit kurzer Zeit nervt mich meine Blase.

Mein Freund Thorsten steht immer noch zu mir. Zum Glück kennen wir uns schon so lange. Von Beruf bin ich Bibliothekarin. Wegen meiner Augen habe ich schon ein bisschen Angst. Deshalb fahre ich auch sehr wenig mit dem Auto und wenn, dann nur kurze Strecken. Bislang habe ich außer Thorsten und meiner besten Freundin niemandem etwas gesagt. Meine Eltern wissen es allerdings auch.

Und dann kam mir die Idee mit dem Stammtisch.

Ich mache seit der Diagnosestellung eine Basistherapie mit Interferon. Trotz meiner bekloppten Spritzenphobie piekse ich mich selbst. Überwindung kostet es mich aber auch nach zwei Jahren immer noch.


Almuth

Almuth

Ich bin die Almuth, 29 Jahre jung und glücklich verheiratet. Unsere kleine Tochter ist mittlerweile fünf. Die MS habe ich mir mit 26 Jahren eingefangen. Ich fühlte mich damals wie besoffen, habe alles doppelt gesehen und bin beim Joggen nach einer Stunde direkt in die Büsche abgebogen.

Ich dachte natürlich sofort an Kreislaufprobleme; die Ärzte natürlich auch. Und so zog sich das endlos hin, bis ich endlich wusste, was mit mir los war. Von diesem Nervenzeug habe ich vorher noch nie etwas gehört. Ich mache schon seit frühester Kindheit Sport. Mein Vater nahm mich mit fünf schon mit zum Judo. Die Kleine schicken wir auch ab Sommer zum Judo. Später kam dann das Joggen dazu.

Hätte ich mir ja eigentlich auch denken können, dass ich nichts mit dem Kreislauf hatte. Der Sport hält mich jetzt noch fit und ich bin eigentlich beschwerdefrei. Im Krankenhaus wollten sie mir gleich Chemie andrehen. Das habe ich natürlich abgelehnt. Also mir geht’s auch ohne diese ganzen Medikamente gut.

Ich hatte zwar zwischendurch mal einen Schub – glaube ich jedenfalls – ich bin ja nicht zum Arzt gegangen, aber das ist alles wieder weggegangen. Meine Hobbys sind Tauchen, Kart fahren – wir haben ganz in der Nähe eine Kartbahn – und Tanzen.

Meine Eltern haben mich solange genervt, bis ich mir einen „Neuro“ gesucht habe. Der will mich alle drei Monate sehen, ich gehe aber nur alle sechs Monate hin. Ich habe den Zettel beim „Neuro“ am Schwarzen Brett gesehen. Ich dachte, hier lerne ich vielleicht nette Leute kennen.


Gerald

Gerald

Mein Name ist Gerald Singert. Ich bin 32 Jahre alt und habe seit vier Jahren MS. Seit zwei Jahren bin ich auf den Rollstuhl angewiesen. Ich arbeite als Bankangestellter in der Kreditabteilung. Und kann noch alles ganz gut erledigen. Jetzt, wo bei uns auch der Rotstift angesetzt wird, ist die Situation unsicher geworden. Wenn die einen raus haben wollen, dann schaffen die das auch, egal, ob man einen Behindertenausweis hat oder nicht. Dabei bin ich keinen Deut schlechter als meine Kollegen.

Das Rumrennen zum Drucker und in das Aktenlager ist anstrengend, aber noch geht es. Mich interessiert, wie andere damit umgehen, wie ihr im Job klarkommt und was ihr für Medikamente nehmt. Kann man eigentlich irgendwie noch eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen? Meine Spastik nimmt trotz der Medikamente stetig zu.


Denise

Denise

Hallo. Ich bin Denise, bin 23 Jahre alt und schon lange im Klub. Meinen ersten Schub hatte ich mit 16. Ich weiß noch nicht, was ich weiter machen soll. Im Moment wohne ich noch bei meinen Eltern. Irgendeine Ausbildung wäre vielleicht cool. Um gute Chancen zu haben, muss ich wohl noch mal auf die Schule. Dazu habe ich aber überhaupt keinen Bock. Mich interessiert, was ihr so macht und wie alt ihr seid.


Halid

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Nisa

Mein Name ist Nisa. Ich bin 27 Jahre alt und habe gerade erst meine MS-Diagnose bekommen. Meine Familie nervt ohne Ende. Als wäre ich nicht eh schon genug durcheinander. Ich grübele die ganze Zeit darüber, ob ich nicht weggehen sollte. Irgendwohin, wo ich Ruhe habe vor meiner Familie. Als würde mich interessieren, ob ich einmal einen Mann zum Heiraten finde. Meine Familie ist zwar aufgeschlossen, aber mit einer Krankheit wie MS kommen die überhaupt nicht klar. Es war schon schwer genug, als Single ein Studium anzufangen. Und was für einen Stress hat es gegeben, als ich nach Heidelberg an die Uni wollte! Im Moment habe ich mit meiner Familie mehr Stress als mit der MS. Wahrscheinlich kommt der große Schock noch! Irgendwie hänge ich einfach nur in der Luft und weiß auf ganzer Linie nicht, wie es weitergehen soll.